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Die Königreich Württemberg Fahne „Furchtlos und Treu“ – Das Königreich Württemberg und seine Flagge

Im Südwesten des heutigen Bundesgebietes bestand, hervorgegangen aus dem Herzogtum Württemberg und nach der Novemberrevolution in den Freien Volksstaat Württemberg übergegangen, von 1806 bis 1918 das Königreich Württemberg.

Die traditionellen Landesfarben vom Königreich Württemberg, Schwarz und Rot, wurden durch ein Dekret vom zweiten König Württembergs, Friedrich Wilhelm Carl, der als König Wilhelm I. von Gottes Gnaden den Thron vom Königreich Württemberg führte, vom 26. Dezember 1816 als offizielle Flagge vom Königreich Württemberg festgeschrieben. Sie ersetzten die erst sieben Jahre zuvor eingeführte schwarz-rot-goldene Flagge. Die Farbe Gold entstammte den Landesfarben des Nachbarlandes Baden (Rot-Gold). Die schwarz-rote Fahne Württembergs wurde hernach auch vom Freien Volksstaat und dem in der Zeit des Nationalsozialismus geschaffenen Teilgebiet Württemberg-Hohenzollern geführt. Württemberg-Hohenzollern gründete sich ebenso unter dem schwarz-roten Banner nach Ende des Zweiten Weltkrieges neu und ging am 25. April 1952 in den dann neu geschaffenen Gliedstaat der jungen Bundesrepublik Deutschland Baden-Württemberg auf.

 

Erst mit der Gründung dieses Bundeslandes wurde das Banner vom Königreich Württemberg endgültig eingeholt und durch die noch heute bestehende Landesflagge Baden-Württembergs ersetzt, nämlich die schwarz-goldene. Nach über hundertdreißig Jahren kehrte das Badener Gold also zurück in die Landesfarben Württembergs. Hier sei nachstehend auf das Königreich Württemberg und insbesondere seine Fahne eingegangen. Die Entstehung vom Königreich Württemberg Im Dritten Koalitionskrieg von 1805, den das französische Kaiserreich unter Napoleon Bonaparte gegen seine europäischen Rivalen führte, schlug sich Friedrich II., der Herzog von Württemberg, das sich damals noch „Wirtenberg“ schrieb, auf die Seite Frankreichs. In der Folge wurde auf Betreiben des französischen Kaisers das Herzogtum zum Königreich Württemberg erhoben. Eine wesentliche Gebietserweiterung ging dieser Neugründung voraus, nachdem Bayern und Baden im Frieden von Pressburg im Dezember 1805 Territorien Vorderösterreichs unter sich aufteilten. Herzog Friedrich II. wurde als Friedrich I. der erste König des neuen Reiches Württemberg, welches sich von da an auch die modernere, noch heute übliche Schreibweise gab. Die Farben vom Königreich Württemberg Das Herzogtum trug seit dem 14. Dezember 1809 die Farben Schwarz, Rot und Gold. Inspiriert durch die Französische Revolution von 1789 kam auch im deutschsprachigen Raum, insbesondere im Südwesten, die Symbolik der liberalen und aufklärerischen Stimmung in Mode, wozu auch das Führen sogenannter Trikoloren gehörte. Also Fahnen und Flaggen, die aus drei Farben bestehen.

Schwarz-Rot stand für Württemberg, während die Kombination Rot-Gold ihren Ursprung aus den badischen Farben hatte. Diese Bedeutung, die der schwarz-rot-goldenen Trikolore des Herzogtums Württemberg innewohnte, war der Monarchie des neu geschaffenen Staats, dem Königreich Württemberg, jedoch ein Dorn im Auge, weshalb eine neue Flagge eingeführt werden sollte. Nach dem Tod Friedrich I. betrat dessen Sohn als Wilhelm I. den Thron vom Königreich Württemberg und bestimmte, erst wenige Monate im Amt per Dekret, wie die neue Flagge seines Königreichs auszusehen habe: Von nun an flatterte als Hoheitszeichen vom Königreich Württemberg die aus zwei gleichbreiten senkrechten Streifen bestehende neue Fahne: Oben schwarz, unten rot. Das Königreich Württemberg führte auch ein neues Wappen, vor allem um die höhere Stellung vom Königreich Württemberg im Vergleich zum niedrigeren Herzogtum zu dokumentieren. Das seit dem 12. Jahrhundert in Württemberg überlieferte goldene Schild mit den drei Hirschgeweihen blieb ein wesentlicher Teil. Hinzu kamen die drei staufischen Löwen auf das geteilte Wappenschild. Vom Betrachter aus auf der rechten, heraldisch gesehen auf der linken Seite. Sie entstammen dem Wappen des vormaligen Herzogtums Schwaben, doch sollten sie sicherlich vor allem auf das Königshaus der Staufer hinweisen und den damit verbundenen Anspruch. Das Wappenschild ist oval und von einem Eichenkranz umwunden.

Gehalten wird es von einem schwarzen Löwen und einem goldenen Hirschen. Diese Schildhalter stehen auf einem schwarz-roten Spruchband, auf welchem das Motto „Furchtlos und „trew“, also „Furchtlos und Treu“ steht. König Karl I. setzte 1864 dieses Wappenschild, von grünem Lorbeer umfasst, auf das schwarz-rote Tuch seiner Königsstandarte. Das Ende vom Königreich Württemberg Das Königreich Württemberg wurde erst Mitglied des Rheinbundes, wie später des Deutschen Bundes. Es schloss sich in der Folge des deutsch-französischen Krieges 1870/71 dem sodann gegründeten Deutschen Reich an. Erst nach der Niederlage des Reichs im Ersten Weltkrieg und der Novemberrevolution dankte im Jahr 1918 der letzte Monarch König Wilhelm II. ab und das Königreich Württemberg wurde in den Freien Volksstaat umgewandelt. Auch diese Republik, sowie ihr Rechtsnachfolger, der Staat Württemberg-Hohenzollern führten weiterhin die schwarz-roten Landesfarben. Erst der Zusammenschluss zu Baden-Württemberg in den Fünfzigerjahren des letzten Jahrhunderts verdrängten sie vollends. Das Königreich Württemberg ist lange Geschichte, wie auch seine Farben. Zwar ist das Wappen, die drei berühmten schwarzen Hirschhörner auf goldenem Grund, noch heute Teil der Hoheitssymbole Baden-Württembergs. Auf die Fahne mit den schwarz-roten Streifen stößt man indes nur noch selten. Aber ganz verschwunden ist sie nicht. Wer beispielsweise einen Porsche fährt, egal, ob mit umweltfreundlichem Autogas Einbau, oder ohne, sieht sie regelmäßig auf seinem Lenkrad, denn diese Stuttgarter Automarke bedient sich bei ihrem Firmenzeichen den traditionellen Elementen Württembergs: Dem Hirschhornwappen und dem schwarz-roten Banner. Eine Kombination aus Fahne und Wappen war auch in Gebrauch, wie es heutzutage bei Dienstflaggen noch immer üblich ist. Auch auf sie trifft man immer noch. Die schwarz-rote Flagge mit dem damaligen Wappen vom Königreich Württemberg und dem markigen Slogan „Furchtlos und Treu“ flattert zuweilen nicht nur in Gärten und an Häusern traditionsbewusster Württemberger. Auch mit regionalen Fanschals kann der Württemberger seiner Liebe zum Heimatland Ausdruck verleihen.

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